Willkommen beim RFT-Blog
Meine Blog-Beiträge spiegeln meine ganz persönliche Meinung wieder. Natürlich gefallen sie nicht jedem – und das ist auch gut so.
Ich bin ein Freigeist und orientiere mich einzig an meiner begrenzten Lebenszeit, denn sie ist für mich die wertvollste Währung, die wirklich zählt.
Zum Schweigen fehlen mir die richtigen Worte
Den Ruf als „Spitze Feder“ habe ich mir bereits als junger Journalist in den 70er-Jahren redlich verdient. In den 90er-Jahren nannten mich Studenten und Studentinnen „Phanthomas“. Die Geschichte, wie es zu dem ‚Künstlernamen‘ kam, ist abendfüllend. Das Schöne am Schreiben ist, es endet nicht mit dem Eintritt in die Rente. Die spitze Feder bleibt. Das Augenzwinkern auch. Zudem finde ich alles interessant, worüber andere gerne Gras wachsen lassen.
Anmerkung: Weder meine Medienprojekte noch ich selbst haben oder hatten jemals Verbindungen zu irgendeiner politischen Partei oder bestehenden Gruppierungen. autor@rudolf-thomas.de

Jeder muss sein Päckchen tragen
RFT 27. Mai 2026 | Es lebe der Stadtfriedhof! Dort ist in aller Stille immer etwas los. Das Publikum gibt Ruhe und drängelt nicht. Die Redner schreien nicht, ihre Worte sind wohl überlegt. Der Friedhof ist ein sicherer Ort der Einkehr, des Nachdenkens und sogar des Miteinanders, wenn auch nur für eine kurze Zeit.
In Würzburg war vom 13. bis 17. Mai Katholikentag. „Hab Mut, steh auf“ stand auf großen Bannern. Eine zeitgemäße unverbindliche Floskel, unterstützend beredet von Sprechern, von denen man schon im Voraus weiß, was sie gebetsmühlenartig sagen werden: Harald Lesch; Frank Walter Steinmeier: Luisa Neubauer; Ricarda Lang; Bischöfe, Kardinäle und eine Schar ausgewählter „Laien“.
„Jeder muss im Leben sein Päckchen tragen“, mahnte meine Oma immer und immer wieder. Vor Rucksäcken mahnte sie nie. Wenn sie einen Mann mit Rucksack sah, dann war er für sie ein Flüchtling, im besten Fall ein Vertriebener. Heute und das war bei den Katholikentagen offenkundig, packen die Menschen ihre zahlreichen Päckchen in Rucksäcke, an denen sie ein Leben lang schwer zu tragen haben.
Im fortgeschrittenen Alter lamentieren sie, „ich habe Rücken“.
Der Rucksack hat dann ausgedient, die Päckchen kommen in den Rollator, der Buckel bleibt krumm. Es lebe der Stadtfriedhof!
Der 105. Katholikentag ist übrigens im Mai 2028 in Paderborn.
Wir wollen zu viel, wenn der Tag lang ist
RFT 23. April 2026 | Normalerweise halte ich es mit Rosemarie Veltins „Zu wenig fordern ist Faulheit“. Was aber jeden Tag in den Medien von uns Menschen gefordert wird, ist viel zu viel. Am frühen Morgen Sport, Yoga, gesundes Frühstück. Ach ja, und Zeit für die Kinder. Zur Arbeit mit dem ÖPNV oder besser gleich mit dem Fahrrad. Dann im Betrieb sich für die Gleichberechtigung – gleiche Bezahlung usw. – einsetzen. Nach Feierabend geht es weiter im Kampf gegen Rassismus. Endlich zu Hause muss gesundes Essen auf den Tisch. Danach Hausaufgaben der Kinder checken und Probleme anhören. Endlich Zeit für die Nachrichten. Themen: Gleichberechtigung, Krieg, Rassismus, Demokratie in Gefahr, Trump, Putin, Wildschweine im Garten, Kanarienvögel im Wald ausgesetzt. Beinahe hätte ich den „bösen Wolf“ vergessen, der nahe am Supermarkt lauert. Puh, die Welt ist schön, aber nicht für alle. Talkshow anschauen? Um Gottes Willen! Was ist, dass denn? Eine Biografie über Bob Dylan. Was sagt der da? Darf er das, der Nobelpreisträger? „All das Gerede über Gleichberechtigung. Das Einzige, was die Menschen wirklich gemeinsam haben, ist, dass sie alle sterben werden.“ Heiliges Kanonenrohr, ich traue meinen Ohren nicht. Was ist das für ein TV-Sender? Glück gehabt, weder ARD noch ZDF. Ich dachte schon, einer von denen wäre ein stückweit in die Mitte gerückt. Ja, es stimmt, ich verlange zu viel, wenn der Tag lang ist.
Hinweis zur Gender-Formulierung:
Bei allen Bezeichnungen meiner Texte, die auf Personen bezogen sind, meint die gewählte Formulierung alle Geschlechter, auch wenn aus Gründen der leichteren Lesbarkeit die männliche Form steht. (RFT)
